Bio ist der absolute Trend. Wir wollen wissen woher unsere Lebensmittel kommen, wie sie verarbeitet wurden, ob sie eventuell Schadstoffe durch Medikamente oder Düngemittel in sich tragen und wie die Produktionskette abläuft. Natürlich ist dies bei Speisen und Getränken besonders wichtig, weil wir diese in unseren Körper aufnehmen und uns um unsere Gesundheit sorgen. Aber eben auch Faktoren wie ein fairer Handel und ein gesundes Umweltbewusstsein spielen in den „Bio-Gedanken“ mit hinein. Deswegen erfreuen sich auch Bio-Blumen – besonders die Schnittblumen – einer immer größer werdenden Beliebtheit. Aber was hat es damit eigentlich auf sich?
Was sind Bio-Blumen?
Die zwei Stichpunkte Regionalität und Saisonalität spielen hier eine große Rolle. Denn was zur gegebenen Jahreszeit ohnehin in der Region wächst, braucht weniger Düngemittel und Schädlingsbekämpfung als Blumen, die nur für den Verkauf schnell hochgezüchtet werden. Zudem sind die Transportwege kürzer und somit umweltfreundlicher. Für Bio-Schnittblumen gelten die gleichen Regularien wie für Bio Lebensmittel. Sie müssen entweder im Freiland oder in einem Gewächshaus wachsen und dürfen ausschließlich natürlich gedüngt werden – also zum Beispiel mit Kompost, Horn oder Schafwolle. Auch Pflanzenstärkungsmittel sind erlaubt wie zum Beispiel Kräuterextrakte oder homöopathische Mittel. Mineralische oder chemische Düngemittel sind beim Bio-Anbau von Blumen verboten. Gegen Schädlinge werden Nutzlinge wie zum Beispiel Milben, Käfer und Wespen eingesetzt, statt mit der chemischen Keule zu winken.
Darum gibt es selten Schnittblumen in Bio-Qualität zu kaufen
Allerdings ist es in der Tat noch schwierig, Bio-Qualität in die Vase zu bringen. Über 80% der deutschen Schnittblumen sind importiert, sehr viele davon auch aus Afrika und Südamerika. Leider gibt es keine Regelungen oder Grenzwerte für Pestizide in Schnittblumen, da sie nicht zu Lebensmitteln zählen. Trotzdem kommen wir mit den Blumen in Kontakt, fassen sie an und beschnuppern sie. Sie erfüllen unser Zuhause tagelang mit einem wohligen Geruch. Aber noch viel schlimmer ist dieser Einsatz von Pestiziden für die Felder der Herkunftsländer, denn dieser gelangen dort in die Erde und richten nachhaltigen Schaden an. Auch die Insekten, die zum Bestäuben Kontakt mit den Blumen aufnehmen, sind dadurch extrem gefährdet. 2017 bewertete Öko-Test 14 verschiedene Rosensträuße. Hiervon schnitten die meisten mit mangelhaft oder sogar ungenügend ab. Ein einziger Strauß wurde als befriedigend bewertet. Einzelne Sträuße enthielten bis zu zwanzig verschiedene Pflanzenschutzmittel.
Wer Bio sät wird Bio ernten
Wem viel an der Bio-Qualität seiner Schnittblumen liegt, muss trotzdem nicht darauf verzichten. Mittlerweile haben sich einige Blumenbauern auf den Anbau von heimischen Blumen in Bio-Qualität spezialisiert. Achten Sie immer auf die Herkunft der Blumen, dies sagt schon viel darüber aus, mit welchen Mitteln die Pflanzen behandelt wurden. Neben spezialisierten Blumenhöfen- und Handlungen können Sie Ihre Bio-Blumen auch auf extra angelegten Schnittblumenfeldern und an lokalen Marktständen erwerben. Erkundigen Sie sich einfach vor Ort nach der Art des Anbaus und der Herkunft.
Eine andere Möglichkeit, Nachhaltigkeit statt Pestizide in die eigene Vase zu stellen ist natürlich, dass Sie in Ihrem Garten oder Balkon selbst Schnittblumen anbauen. Hier gibt es für jede Jahreszeit die passenden Samen und Zwiebeln und oftmals ist es gar nicht schwer, ein wunderschönes blühendes Beet anzulegen. Und das Beste: Sie tun damit den heimischen Bienen, Hummeln und weiteren Insekten einen großen Gefallen.
Mehr Infos zum anlegen eines blühenden Gartens, der Ihnen Schnittblumen in Bio-Qualität garantiert, finden Sie auch in unserem Magazin-Beitrag: Gartenliebe – So erblüht ihr Garten zu jeder Jahreszeit.